Schubboot Ueli

Eine Tauchexpedition

Eine lange Zeit suchte ich ein Projekt für den Winter.
Nach langem Suchen bin ich auf einen Bauplan eines Hafenschleppers im Maßstab 1:32 der Firma Engels gestoßen
.

Bauplan der Firma Engels 2010

Wie der Zufall es so wollte, hatte ein Modellbaukollege dieses Modell in seinem heimischen Hobbykeller als CNC Holzbausatz angefertigt und mir angeboten.

CNC Bausatz

Nun stand dieses gute Stück in Rohform in meinem Hobbyraum und ich fing an, mir verschiedene Möglichkeiten zu überlegen,
was ich daraus machen wollte.

Die Frau des Hauses ahnte schon, dass man mich mehrere Abende im Hobbyraum wiederfinden würde.
Die erste Überlegung viel auf ein Containerschiff, dank eines eigenen 3D Druckers, ließe sich dieses Projekt eigentlich gut realisieren.
Dennoch bin ich nach langem Überlegen auf eine andere Idee gestoßen.
Es sollte ein Modell werden, das nicht einem klassischen Containerschiff ähnelt.
So hatte ich mir in den Kopf gesetzt aus mehreren meiner Hobbys, Modellbau, 3D Druck und Tauchen, etwas zu realisieren.
Schnell kam mir in den Sinn, aus dem Leichter eine Taucherexpedition zu bauen.
Ich schaute mich ein wenig im Internet um und stieß dort auf einen Händler namens Haller 3D.
Schnell fand ich die passende Besatzung und andere Decksteile die zu meiner Idee passten.
So entstand ein guter Kontakt und er fertigte mir die gewünschten Teile im Maßstab 1:32 an.
Nun ging ich auf Shopping Tour um weitere Materialien für das Projekt zu besorgen.
Da mir der Stil und das Aussehen von vorherigen erbauten Modellen in Mahagoni gefallen hatte, war die Entscheidung schnell getroffen,
dass ich das Schubboot in dem gleichen Stil bauen werde.
Als endlich alle weiteren Materialien und die technischen Elemente eingekauft waren, konnte der Bau beginnen.

Ich fing an, die zwei Efferkräne der Firma Bauer Modelle, zusammen zu bauen und etwas zu modifizieren.

Effer Kran

Als diese fertig waren, fing ich an die anderen vorhandenen Teile auf dem Schubleichter als Probe aufzustellen.
Ein Kran am Bug für ein U-Boot, ein Kran am Heck für den Tauchkäfig und in der Mitte ein Beleuchtungsmast.

Probestehen auf dem Schubleichter

Nachdem mir das Probestellen zugesagt hatte, fing ich an den Rumpf des Schubleichters zu bearbeiten.
Um später kein ganz ungewöhnliches Muster zu bekommen, fing ich an die Mahagonileisten zu sortieren.

Als alle leisten sortiert und passend geschnitten waren, wurden die leisten aufgeklebt und der Schubleichter zwei Tage zum Trocknen weggestellt.

Schubleichter mit Mahagoni beplankt

Selbiges erledigte ich mit dem Deck und dem Aufbau.

Deck mit Mahagoni beplankt

Ich befasste mich nun mit dem Rumpf des Schubbootes und grundierte den Rumpf von innen und plante die Befestigung von Rumpf und Deck.
Um später einfach und schnell an das gesamte Innenleben des Schubbootes zu kommen,
wollte ich das Deck mit dem Rumpf mit Senkschrauben verschraubbar machen.
Während der Rumpf einen Tag austrocknen musste, überlegte ich mir eine passende Motorisierung sowie deren Befestigung.
Vorgesehen gemäß Plan war ein Antrieb mit einem Ruder, jedoch hatte ich eine andere Idee.
Für ein besseres Manövrieren des Schubbootes überlegte ich mir zwei Antriebe mit Kortdüsen einzubauen.
Nach einer kurzen Suche beim Modellbauhändler Lextek fand ich zwei 45mm Kortdüsen die mit 40mm Schrauben perfekt passten.
Bei der Motorisierung fiel die Wahl auf zwei Bühler Motoren 12V (1.13.018.101) mit zwei kugelgelagerten Raboesch Wellen.
Da ich keinen passenden Motorträger fand, zeichnete ich mit den Daten der Bühler Motoren,
einen passenden und druckte mir diesen anschließend mit dem eigenen 3D Drucker.
Schnell war der Probedruck fertig und die Halterung passte genau.

Als beide Motorträger angefertigt waren, konnte die Ausrichtung der Wellen mit den Kortdüsen beginnen.

Motorhalterung mit dem 3D Drucker hergestellt

Die Ausrichtung dauerte eine Weile und anschließend wurde alles an Ort und Stelle mit Stabelit Express eingeklebt.
Zur Lenkung der Kortdüsen wurde ein Spectrum SPMS401 Mini Servo verbaut.

45mm Kortdüsen mit 40mm Messingschrauben

Langsam machte ich mich an die Aufgabe, weitere Funktionen für das Modell zu planen.
Eingeplant waren eine komplette Deckbeleuchtung und die Beförderung des Schubleichters magnetisch zu bewerkstelligen.
Als Energiequelle sollte ein 3S 5000 mAh 20C Lipo seinen Dienst verrichten.

Innenausbau des Schubbootes

Die Deckplatte wurde mit einem fertig zurecht geschnittenen Mahagoni Platte verklebt.
Um diese später genau gleich wie den Deckaufbau des Schubbootes zu entfernen, entschloss ich mich die gleiche Verschraubung anzufertigen.
Um später eine passende Gewichtsverteilung ohne hin und her rutschen der Gewichte zu riskieren,
druckte ich mir passend gezeichnete Spannten für das Innenleben des Schubleichters.

Spanten für den Schubleichter mit dem 3D Drucker hergestellt

Anschließend wurden alle Teile die mit Mahagoni beplankt wurden vorsichtig abgeschliffen und zur ersten Versieglung mit Porenfüller grundiert.
Nach zweitägigem Trocken wurden diese nochmals ganz fein abgeschliffen und mit verdünntem Epifanes Bootslack extra UV-Filter gestrichen.
Nun kam ein langwieriger Prozess zwischen Schleifen und Laminieren.
Die ersten fünf Schichten wurden überall mit 50% Lack und 50% Verdünnung aufgetragen.
Zwischenzeitlich wurde mit 2000er Schleifpapier alles fein eben geschliffen.
Weitere fünf Mal folgten ohne den Bootslack zu verdünnen.
Zwischen den Schleif- und Lackarbeiten konnte ich mich schon den Lackierarbeiten der Zubehörteile widmen.
Das U-Boot und die Crew wurden sehr säuberlich mit Farbe bestrichen.

Crew & U-Boot haben Farbe bekommen
Crew & Zubehör haben Farbe bekommen

Nachdem die Arbeiten mit dem Mahagoniholz vollständig erledigt waren, macht ich mich an die Unterseite der Rümpfe ran.
Es wurde feingeschliffen und zweimal mit Grundierung eingestrichen.
Als Rumpffarbe sollte ein Weinrot RAL3005 dienen.
So wurden die Rümpfe vier Mal mit RAL 3005 gestrichen und zwischendurch fein mit 2000er Schleifpapier abgeschliffen, um keine Unebenheiten aufkommen zu lassen.
Als Abgrenzung zwischen Rumpffarbe und Holz diente ein Goldstreifen, der schon bei dem Mahagoni Streicharbeiten mit versiegelt wurde.
Die Rümpfe hatten ein paar weitere Tage Zeit zum Trocknen und es konnte mit dem Lichtmast begonnen werden.
Zuerst wurden alle zwölf Lampen auf dem Lichtmast mit LED inkl. Vorwiderstand versehen und anschließend alle mit einem 0,1 mm isoliertem Draht angelötet.
Gefolgt von einer etwas fummligen Fleißarbeit, alle Kabel am Mast unsichtbar zu verkabeln und bis ans Ende des Mastes zu ziehen.
Die anschließenden Lötarbeiten waren das geringste Übel.
Zusätzlich sollte das Taucherteam mit dem Tauchkäfig für eine bessere Sicht noch durch Standstrahler beleuchtet werden.
Endlich war alles verkabelt, so konnte es an die Lackierarbeiten des Mastes gehen.
Die Farben wurden sorgfältig zu anderen Zubehörteilen auf dem Deck ausgesucht.

Lichtmast und Lichtstrahler im Test

Langsam konnte die Crew inklusive anderer Zubehörteile auf dem Deck platziert werden.
Passend dazu hatte ich die Idee noch einen 12 Feet Container mit dem 3D Drucker herzustellen.

12 Feet Container mit dem 3D Drucker hergestellt

Weiter ging es mit dem Anfertigen der Kommandobrücke vom Schiffsdeck.
Zuerst kam der Ausbau der Lichtanlage, bevor die restlichen Steuerelemente in der Kommandobrücke Einzug fanden.

Ausbau der Kommandobrücke

Als der Innenausbau abgeschlossen war, machte ich mich an die Arbeit eine Radaranlage und ein Seematz Suchscheinwerfer
auf dem Dach des Schubbootes zu installieren.
Im Anschluss wurde auf dem Schubboot und dem Schubleichter noch die Reling angebracht.

Schubboot mit angebrachter Reling
Schubleichter mit angebrachter Reling

Zu guter Letzt ging es darum einen Namen zu finden.
Nach langen Überlegungen kam meine Frau darauf es „Ueli“ zu taufen.
Crew, Mofa und weitere Details hatten zu Schluss ihren Platz gefunden.

Schubboot fertig von der Seite
Schubboot fertig von vorne
Schubboot fertig von hinten

Endlich war es so weit, es folgte die Wassertaufe an einem spektakulären Ort.
Vom SchiffsModellClubBasel wurde ein ansehnliches Schaufahren auf der Elsigen Alp organisiert.
in der Familie stoß dieser Event auf großes Interesse und so bereiteten wir uns darauf vor Modelle und Ausrüstung einzupacken.
Damit ich mich vollkommen auf die Wassertaufe konzentrieren konnte,
teilte mir meine Frau mit, sich mit einer professionellen Kameraausrüstung um die Fahrtbilder zu kümmern.

Schubboot mit angedocktem Schubleichter bei der Tagesfahrt
Expedition bei der Nacht

Ein besonderer Dank geht an meine Frau für die tollen Bilder und die Geduld mich im Hobbyraum werkeln zu lassen.
Des Weiteren gilt der Dank meinem Vater, ebenfalls Modellbauer, für die hilfreichen Tipps & Tricks.

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